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Auf konstruktiver Spurensuche

noa* schreiben Geschichten weiter, definieren neu, hinterfragen und fügen Alt und Neu zusammen. Sie erforschen den „genius loci“, das wahrhaftige und den Geist des Ortes mit der kreativen Absicht, diesen aufleben zu lassen und bauen den bereits in 3. Generation geführten Familienbetrieb zu einem 4* Hotel aus und um.

...der Eingriff versteht sich als bauliche Geste der Verbindung von Alt und Neu, Innen und Außen, Kalt und Warm, Oben und Unten, Vorher und Nachher...
(Lukas Rungger)
Das neu renovierte und erweiterte Hotel befindet sich in Kaltern an der Weinstraße im Südtiroler Überetsch und in direkter Nähe zu dem berühmten Weinanbaugebiet um den Kalterer See. Der Familienbetrieb wurde neu ausgebaut und durch ein öffentliches Erdgeschoss mit neuer Lobby, Stube, Weinlounge und 3 Restaurants sowie 20 großzügigen Zimmern und Suiten erweitert. noa* konnte 2010 den geladenen Architektenwettbewerb unter dem Jury-Vorsitz des renommierten Architekten Walter Angonese für sich entscheiden. Das nun fertiggestellte Hotel soll in einer künftigen 2. Bauphase auf insgesamt 3.000m2 mit einer neuen Wellnessanlage inkl. Indoor-Outdoor-Pool und SPA-suiten erweitert werden. Der gesamte Zubau wurde in massiver Kreuzlagenholzbauweise in einer Bauzeit von 6 Monaten errichtet, entspricht in seiner Ausführung den Anforderungen eines Klimahaus-B-Zertifikates und ergänzt den Altbestand auf ca. 2000m2 Gesamtfläche.
 

Architektur schaffen und Geschichte (weiter-) schreiben

Der Entwurf ist in seinem ureigensten Verständnis „archäologisch“ angedacht und soll im Sinne einer fließenden Juxtaposition kontrastierender Räume den Willen zum Ausdruck bringen, Altes und Neues kompromisslos und dynamisch zu verflechten.
(Lukas Rungger)
Die Vermittlung der Werte der lokalen Tradition und der Einklang mit dem umliegenden, dörflichen Kontext sind maßgeblich für das architektonische Konzept einer „konstruktiven Spurensuche“. Die akkurate Freilegung alter Gemäuer, Wiederherstellung ursprünglicher Wandmalereien, oder auch die Wiederverwendung der alten Dachstuhlhölzer für die neue Saunaanlage zeugen vom Willen, das Wesen des Hotels als nachhaltiges Objekt mit seiner eigenen Historie zu konfrontieren. Architekten bewegen Bauherren und Objekte dazu Geschichten preiszugeben und zu erzählen.

noa* erforschen den „genius loci“, das wahrhaftige und den Geist des Ortes mit der kreativen Absicht diesen aufleben zu lassen.

Der Ansatz des Erforschens des „genius loci“ wird bereichert durch zahlreiche kulturlandschaftliche Artefakte, so wurden etwa rhythmische Rebenkonturen neu interpretiert und als Fragmente der beeindruckenden Vielfalt der Kalterer Weinberge auf das Gebäude projeziert. Dies lässt sich bei den hölzernen Terrassenbrüstungen, den sattelförmigen Vordächern und dem vorgehängten Beschattungssystem aus Lärchenholzrahmen in subtiler Weise erahnen. 
 
Die Lobby in direkter Nähe zum Haupteingang präsentiert sich als Bibliothek in neuem Gewand und versucht durch Offenheit und gestalterische Großzü­gigkeit das Gefühl des Willkommenseins zu verstärken. Zur Rechten liegt die Rezeption mit Bar und Kamin-lounge, links davon befindet sich die Vine-Lounge sowie die ringsum angesiedelten Restaurants mit Buffet und Stube, die sich in überschaubaren Größen schnell und flexibel kombinieren lassen und direkt an den bestehenden Wintergarten im Süden angebunden sind. Der Kontrast zwischen der Intimität des Hotelgartens mit Außenpool und dem imposanten Panoramablick auf das Mendelgebirge im Westen, den Kalterer See im Süden und „Schwarz- und Weißhorn“ im Osten werden im neuen Baukörper thematisiert und formal dialogisiert.
 

Ein Hybrid aus Holz

Das Hotel erhält durch das „Implantieren örtlicher Synergien“ ein wesentliches Attribut seiner neu gefundenen Identität als evolvierendes Hybrid aus Vergangenem und Künftigem. Aus diesem Grund haben die Designer von noa* das Element Holz zum zentralen Leitbild des gesamten Konzepts der Archi­tektur, des Interior Designs und des Produktdesigns erkoren.
 
Der Bestand erfährt eine Aufstockung des Dachgeschosses sowie eine Erweiterung nach Süden und Norden, um allen Zimmern eine bestmögliche Orientierung und attraktive Blickachsen zu gestatten.
 
Die rhythmischen Formen der Fassadenholzrahmen ragen spielerisch in die Landschaft und umschließen sie. Es werden Räume kreiert, die zwischen dem Innen und dem Außen stehen und transitorische Situationen bewirken. Diese Rhythmik soll dem Gast das Gefühl des „drinnen im draußen“ geben, ein interaktives Leitbild das in noa*s Arbeiten wiederholt auftritt und konzeptionell weiterentwickelt wird.

noa* führen Traditionen in die Gegenwart

Der symbiotische Entwurf kommt der Idee einer zeitgemäßen, kontextuellen Bautypologie nahe, bei der gewachsene architektonische Elemente wie etwa die bestehenden geneigten Dachlandschaften der Kalterer Um­gebung neu interpretiert werden und von einer alten Tradition in eine kontemporäre Inspiration übergeführt werden.
 
Zwischen Zimmern, Suiten und „public spaces“ arbeiten noa* am Kontrast von Privatheit und großen Bergpanoramen und Seeblick. Sanfte Übergänge zwischen starken Kontrasten. Der vegetative Kontrast der typischen, lokalen Flora zelebriert sich in Juxtaposition von Palmen und Olivenbäumen neben Fichten und Wildem Wein, welche durch die klimatische Versatilität problemlos miteinander gedeihen.
 
Für den Umbau wurde eine massive Kreuzlagenholzbauweise in Fichte angewandt, die mehrere Vorteile in sich vereint: ökologisch nachhaltiger Baustoff mit Holzfaseraußendämmung, baubiologisch positive Ökobilanz, ein behagliches Raumklima mit Holzinnenwänden in Sicht, ein wesentlicher Raumgewinn durch schlanke Bauteile, die sehr kurze Bauzeit von ca. 6 Monaten und eine stets trockene Bauweise.
 
noa* sind Suchende mit globalem Weitblick. Internationale Formensprache und Fundstücke vor Ort bestimmen Stil und Aussage. So wird die primäre Materialität durch eine Reihe von lokal vorgefundenen Baumaterialien wie einheimisches Lärchenholz, Montiggler Porphyr und Leinentextilien ergänzt. Auch bei der Ver­arbeitung wurde stets drauf geachtet dass traditionelle südtiroltypische Arbeitsvorgänge der lokalen Handwerkskunst angewandt werden.
 

Ein Räumlicher Dialog

Wesentlich zum neuen Charakter des Hotels trägt die Neugestaltung der als „9worlds“ titulierten öffentlichen Bereiche im Erdgeschoss, im ersten Untergeschoss und im neuen Dachgeschoss bei.
 
Sie erfahren durch das ursprünglich sehr dunkel und abgetrennt wirkende Eingangslevel eine wahrhaftige Transformation hin zu inszenierter Offenheit, lichtdurchfluteten Räumen mit starkem Bezug zu den Terrassen und funktional flexibel kombinierbaren Gästebereichen.
 
Die zentrale Galerie (Achse) dient als Verbindungsglied von Haupteingang und Garten und bedient rhythmisch angekoppelte Zonen: im Westen liegen Bibliothek, offene Rezeption, Back-office, Hotelbar und Kaminlounge sequentiell hintereinander, während östlich davon die Weinlounge, Buffet, Stube, Wintergarten und Restaurant radial angelegt sind.
 
Auch hier ist naturgeöltes, astfreies Eichenholz das dominante Material, das durch maß-angefertigte Möbel, Lampen und Stoffe komplementiert wird.
Im Sinne der bereits erwähnten Spurensuche finden sich besonders hier historische Gefährten des früheren Baus.
(Lukas Rungger)
Etwa die Holz-Kassettendecken in der Stube und die Kunstschmiede-Ornamente im Buffetbereich sind Fragmente der Vergangenheit. Zwei großzügige neue Sonnenterrassen nach Süden und Westen verstärken den räumlichen Dialog von Innen und Außen, was besonders durch das mediterrane Klima Kalterns gefördert wird. Dies wird durch raumhohe Glasschiebeelemente unterstrichen, während alle Balkone mit hohen Pflanzen versehen werden und einen vertikalen Grüngürtel suggerieren.
 
Im unteren Geschoss wird die bestehende Wellnessanlage mit Saunen, Pool und Dampfbad durch eine neue Außensauna und eine Salzgrotte erweitert. Die Wände sind hinterleuchtet und mit Salz verkleidet, wodurch das Makroklima einer natürlichen Salzhöhle geschaffen wird und dem Gast die Möglichkeit zu abgeschotteter Entspannung und Regeneration geboten wird.
 
Die neue Dachterrasse im Südosten dient künftig als Fitnessbereich und lädt während der sportlichen Betätigung zum Genießen des Rundumblicks ein. Die neuen Zimmer und Suiten charakterisieren sich aufgrund der ursprünglich sehr divergenten Bausubstanz durch viele unterschiedliche Grundrissformen, welche durch ein einheitliches Interieur in Dialog miteinander treten. Raumhohe Schiebetürelemente sorgen für gezielte Lichtdurchflutung des Raumes, sodass auch die hinten gelegenen Badezim­mer genügend Tageslicht erhalten.
 
Stets in Richtung Fensteröffnungen sind alle Betten ausgerichtet, sodass das beeindruckende Panorama mit Blick auf den See bereits morgens zu bewundern ist. Es  liegt an der Schnittstelle von Außen- und Innen­raum. Bei offener Schiebetür wird dem Gast das Gefühl suggeriert, im Freien zu schlafen. Jedes Zimmer verfügt über eine in Eichenholz gefertigte Fensterlounge, die zum Relaxen einlädt und durch rahmenlose Fixverglasungen die Dehnung und Intimität dieses Rückzugsortes zelebriert. Alle Bäder sind vollflächig (auch die Decken) verfliest und folgen dem Konzept einer offenen, aber zugleich geschlossenen Spa-Grotte, die teils durch freistehende Badewannen komplettiert wird. Einige Suiten verfügen über ein integriertes Mezzanine, das als Galerie die großzügige Raumhöhe von bis zu 5 Metern unterstreicht und den Suiten eine exklusive Qualität verleiht.
 

Ganzheitlichkeit nach Maß

Objekte, Mobiliar, Lampen, Stoffe, - jedes Gestaltungsele­ment wurde von noa* im Sinne einer gesamtheitlichen Designphilosophie konzipiert und mit viel Passion zum Detail von lokalen Handwerkern ausgeführt.
...erstmals haben wir jede einzelne Leuchte des Hauses in Zusammenarbeit mit einem lokalen, hochspezialisierten Lampenhersteller konzipiert und gefertigt.
(Lukas Rungger)
Dabei wurde ein Mix aus rohem Stahl, Natur-Leinenstoff und Eichenholz für gänzlich konträre Atmosphären geschaffen. In den Zimmern zählen die maßgefertigten „Panorama-Loungen“, Multimediaboards und maßgefertigte Kleiderhaken zu den funktional-ästhetisch herausforderndsten Objekten, die von noa* in Zusammenarbeit mit jeweiligen Handwerkern entwickelt wurden. 
 
In den „public spaces“ im Eingangsniveau wiederum findet man in der Bibliothek abgehängte Info-boxen aus Eichenholz für Bücher und Magazine, maßgeschneiderte modulare Couchelemente aus Leinenstoff in der Kaminlounge und abgehängte Deckensegel-lampen als Ode an die Windsurfer vom Kalterer See.

Zahlen & Fakten

  • Ergänzung Altbestand: auf insg. rund 2000 m3
  • Fertigstellung: 2013
  • Erweiterung: Lobby, Stube, Weinlounge, 3 Restaurants, 20 Zimmer und Suiten
  • 2. Bauphase: insg. 3000m2 mit Wellnessanlage, Indoor-Outdoor-Pool, SPA-Suiten
  • Zertifikate: Klimahaus-B
  • Besonderheiten: Maßgefertigte Panorama-Lounge