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Lichtinstallation von Jakob Maurer, Product Designer

Was ist ein SPA? Was macht man da? Die Besucher eines Wellness-Hotels sind auf der Suche nach Erholung und Entspannung. Der körperliche und geistige Ausgleich zu Alltag, Arbeit und Stress steht an oberster Stelle. So ist der Aufenthalt etwas mehr als nur ein simpler Urlaub, während dem man sich besinnt und zur inneren Ruhe zurückfindet.

Wichtig dabei ist auch der Ort mit all seinen Gegebenheiten und Eigenschaften. Ein Hotel inmitten der Dolomi­ten mit beeindruckender Naturkulisse und weitem Blick auf Berge und Täler. Drumherum ein Pool mit Tauch­becken zur Erfrischung nach dem Saunagang, eine Seenlandschaft mit Floß zum genießen. Ein perfekter Ort um die Seele baumeln zu lassen.
 
Basierend auf diesen Umständen und in Symbiose mit den räumlichen Gegebenheiten, wird die baumelnde Seele in einer Lichtinstallation im Eingangsbereich des Wellness-Hotels verkörpert. Sie dient als Schnittstelle zwischen Alt- und Neubau, zwischen Innen und Außen. Gleichermaßen als Einladung zum Eintreten und Betrachten so wie zur Beleuchtung des Raumes.
...jetzt flieg schon, flieg!
(Jakob Mauerer)
Die Installation besteht aus 40 aufgehängten Glaselementen in tropfen–ähnlicher Form. Sie sind mit Wasser ge­füllt um das eintreffende Licht zu verstärken und den ganzen Raum mit Refrakturen und Reflexionen zu bespie­len. Im Gesamtbild erinnert die Installation in ihrer leichten und geisterhaften Erscheinung an Traumfänger.
 
Dank der verglasten Fassade dient während des Tages die Sonne als Lichtquelle. Das Sonnenlicht wird in seine Spektralfarben gespalten und liefert durch Dispersion regenbogenartige Farberscheinungen an Wand und Boden. Nachts sorgen Glühbirnen für den gleichen Effekt und die Beleuchtung des Raumes.
 
Die Glaselemente sind paarweise an 4mm Reebschnur aufgehängt und werden durch Alustangen auf Distanz gehalten. Dieser Balanceakt ist als Metapher für das Suchen nach dem Gleichgewicht der Seele zu verstehen.
 
Außerdem sorgt diese nicht-statische Art der Aufhängung für ein sanftes Baumeln der Glaselemente und dadurch für eine sachte Bewegung des Wassers innerhalb des Glases. Dadurch wird wiederum das Lichtspiel an Wand und Boden in ständiger Bewegung gehalten.
 
Die spezielle Form der Glaselemente ist ausschlaggebend für das Konzept der baumelnden Seele. Zunächst trop­fenähnlich, greifen sie das Wasser als allgemeines Grundelement und wichtigen Bestandteil eines SPAs auf. Alle Elemente sind mundgeblasen und variieren dadurch in Materialstärke, Größe und Gewicht. Gleich wie Wasser­tropfen, hat somit auch ein jedes Glaselement seine einzigartige Form.
 
Noch prägnanter wirkt sich allerdings der Prozess des Glasblasens selbst auf die Formgebung aus. So wurden die Glaselemente nicht nach Gutdünken zu einem Tropfen modelliert, sondern in heißem Zustand mit Absicht an einen großen Felsbrocken gedrückt und geblasen. Der Felsbrocken entstammt den Dolomiten, der natürlichen Umgebung des Valentinerhofes. Er steht metaphorisch für die Seele Südtirols, welche nach eigener Einschätzung sehr gut an den gewaltigen Bergmassiven und ihrer natürlichen Immanenz festzumachen sein könnte.
 
Die somit entstandenen Negativ-Abdrücke des Steines erhöhen zum einen die Diversität der Materialstärke und damit die der Lichtbrechung; zum anderen stellen sie im Rückschluss wieder Bezug zum Felsbrocken her und lassen die Seele Südtirols in der Luft schwebend erahnen. Sie bleibt jedoch genau wie die menschliche Seele we­der greif- noch sichtbar. Am Ende ist die Installation keine Lampe, sondern erleuchtet als Installation von Innen heraus sowohl Raum als auch Betrachter.